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Fragen und Argumente

Hier beantworten wir Fragen, die häufig an uns gerichtet werden. Falls Sie weitere Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. 


1. Linienführung

In den 70er und 80er Jahren wurden umfangreiche Variantenstudien durchgeführt. Dabei wurde auch eine Nordumfahrung von Biel geprüft. Es zeigte sich, dass die Südumfahrung aus Verkehrsgründen besser ist, denn so können auch die Verkehrsströme von Bern (T6) und vom rechten Bielerseeufer angebunden werden. Anfangs der Neunzigerjahre entschied sich der Bund, auf Empfehlung des Kantons, für die Südumfahrung. 1997 genehmigte der Bundesrat das Generelle Projekt für den Ostast, 2014 (neues Generelles Projekt) jenes für die Westumfahrung Biel.

Bund, Kanton und Regionsgemeinden wollen grundsätzlich nicht auf die Westumfahrung Biel verzichten, sondern suchen nach einer optimalen Lösung. Eine regionale Arbeitsgruppe hat sich 2010 einstimmig für die Realisierung der Westumfahrung Biel ausgesprochen. 

Studien haben aufgezeigt, dass ca. 30 000 Fahrzeuge pro Tag die Westumfahrung Biel benützen werden. Zudem wird die Westumfahrung Biel die direkt betroffenen Quartiere nachhaltig vom Durchgangsverkehr entlasten. Die Westumfahrung Biel steigert dadurch die Lebensqualität der Agglomeration Biel. Die Studie der Zürcher Fachhochschule basiert auf der so genannten Stossrichtung 0 (keine Westumfahrung Biel). Diese Stossrichtung wird vom Kanton nicht weiterverfolgt.

Auch diese Variante (Ausbau der bestehenden Achse auf je zwei Fahrstreifen pro Richtung) wurde in der Vergangenheit geprüft. Die Regionale Arbeitsgruppe Stöckli lehnte diese Lösung im Jahr 2010 ab. Insbesondere die Situation in den Quartieren entlang der Bern- und Allmendstrasse würde sich verschlechtern. Insgesamt ergäbe sich für Biel keine Verbesserung, so der Befund der Arbeitsgruppe. Der Bericht zur Empfehlung der regionalen Arbeitsgruppe kann hier nachgelesen werden.

Eine durchgehende Überdeckung der Westumfahrung wäre nicht sinnvoll. Dies haben eine Testplanung und eine Zweckmässigkeitsstudie gezeigt. Gemeinsam mit der Region Biel setzt der Kanton Bern alles daran, die Autobahnanschlüsse optimal in die Stadt einzugliedern. Die Städte Biel und Nidau erarbeiten zurzeit die entsprechenden städtebaulichen Grundlagen.

In der Seevorstadt erhalten Fussgänger und Radfahrende einen breiten, attraktiven Durchgang von Norden her in Richtung See – und umgekehrt. Damit können neue Plätze für die Freizeitgestaltung der Bevölkerung entstehen. Auch während der Bauarbeiten bleibt der Zugang zum See gewährleistet.


2. Tangierte Grundstücke

Es müssen in der Tat etliche Häuser abgebrochen werden. Nur einige wenige davon sind aber im kantonalen Bauinventar als erhaltens- oder gar schützenswert verzeichnet, und auch bei diesen handelt es sich meist um eher jüngere Bauten (Gewerbe- und Industriearchitektur). Eine historisch wertvolle Häuserzeile ist nicht betroffen.


3. Umwelt

Das Naturschutzgebiet Felseck wird nur am Rande vom Projekt tangiert und bleibt bestehen. Während der Bauarbeiten werden lokal Schutzvorrichtungen erforderlich sein.

Tatsächlich müssen für die Westumfahrung Biel mehrere alte Bäume gefällt werden. Beanspruchte schützenswerte Lebensräume müssen von Gesetzes wegen wiederhergestellt oder ersetzt werden. Als Ersatz für gefällte Bäume werden neue gepflanzt. Insgesamt ergibt sich eine ausgeglichene ökologische Bilanz.


4. Verkehr

Die Anzahl Fahrstreifen wird aufgrund des prognostizierten Verkehrs festgelegt. Für die A5 Umfahrung Biel wurden umfangreiche Verkehrssimulationen vorgenommen. Diese haben gezeigt, dass zwei Fahrspuren im Vingelztunnel ausreichen. Ab dem Anschluss Biel-West wird die A5 in Richtung Solothurn/Bern vierspurig gebaut. Dadurch können Staus in der Seevorstadt vermieden werden. 

Im Projekt sind grosse Anstrengungen hinsichtlich der Priorisierung von Bus und Langsamverkehr vorgenommen worden. Der Verresiusplatz wird als einstreifiger Kreisel ausgeführt. Die Zufahrt von der Salzhausstrasse ist für den Bus und die Velofahrer reserviert.

Der Strandboden ist ein wichtiges regionales Erholungsgebiet. Der Erhalt der Seepromenade ist auch dem Kanton ein wichtiges Anliegen. Für die Realisierung des Autobahngrossprojekts ist die Nationalstrasse auf Installationsflächen angewiesen. In der Seevorstadt muss deshalb ein Teil der Wiese angrenzend an die Ländte- und Neuenburgstrasse temporär beansprucht werden. Der direkt an den See angrenzende Landstreifen ist nicht vom Projekt tangiert. Der Zugang zum See ist immer gewährleistet.

Mit baulichen und/oder gestalterischen Massnahmen auf dem bestehenden Strassennetz soll die Entlastungswirkung der A5 verstärkt und längerfristig gesichert werden. Mit den flankierenden Massnahmen soll der Autoverkehr, so weit möglich, vom Lokalstrassennetz auf die Hochleistungsstrasse geführt werden.

Beispiele für verkehrlich flankierende Massnahmen sind: Gestaltungselemente auf und neben der Strasse, um die Autofahrer zum Tempodrosseln zu bewegen, Farbmarkierungen auf der Strasse, Haltestellen des öffentlichen Verkehrs auf der Fahrbahn und mehr. 

Die verkehrlich flankierenden Massnahmen werden erst nach der Eröffnung der Autobahn realisiert. 

Die verkehrlich flankierenden Massnahmen auf dem bestehenden Strassennetz werden vom jeweiligen Eigentümer realisiert. Das sind in den meisten Fällen die Gemeinden.

Bund und Kanton, beteiligen sich an der Erarbeitung der Grundlagen. Hingegen können sie den Gemeinden nicht vorschreiben, wann und wie sie die flankierenden Massnahmen umsetzen. Während die A5 nämlich zu 100 Prozent von Bund und Kanton bezahlt wird, müssen sich die Gemeinden an der Finanzierung der flankierenden Massnahmen beteiligen. Dafür erhalten die Gemeinden einen Handlungsspielraum, wie sie die verkehrlich flankierenden Massnahmen konkret umsetzen wollen. 

Der Richtplan zu den verkehrlich flankierenden Massnahmen ist ein Konzept, welches die Strassenzüge festlegt, auf welchen flankierende Massnahmen umgesetzt werden. Weiter werden die Ziele definiert. Die konkreten Massnahmen werden im Nachgang ausgearbeitet. Der Richtplan wurde von Bund, Kanton und den Gemeinden zusammen erarbeitet. Er wurde der Bevölkerung 2012 zusammen mit dem Generellen Projekt Westast zur Mitwirkung vorgelegt.

Mit der Zustimmung der Gemeinden und von Kanton und Bund ist der Richtplan für die Behörden verbindlich.


5. Genehmigungsprozess

Grundsätzlich Nein. Das Nationalstrassennetz wird durch die eidgenössischen Räte festgelegt.

Im Frühjahr 2012 fand eine Mitwirkung zur Westumfahrung Biel statt, an der sich alle interessierten Kreise der Region beteiligen konnten. Die betroffenen Grundeigentümer werden vor der Planauflage mit einem persönlichen Schreiben informiert. Sie haben die Möglichkeit zur Einsprache.

Bei den flankierenden bzw. städtebaulichen Massnahmen, die rund um das Projekt Westumfahrung Biel ausgearbeitet werden, müssen die Gemeinden entsprechende Baukredite sprechen. Diese können, abhängig von den jeweiligen Gemeindereglementen zu fakultativen oder obligatorischen Referenden, also zu Gemeindeabstimmungen führen.